Szenische Lesung aus

DAS DEKAMERON

von Giovanni Boccaccio

Premiere voraussichtlich am 20. und 21. März 2021 

Güterhallen Solingen. Halle 26.

 

Werkstattbild: Filomena und Dioneo



Um das Jahr 1348 starb in Europa fast die Hälfte der Bevölkerung an einer Seuche. Aus Asien reiste sie mit den Handelsschiffen um die Welt.

Die Pest.

Es schien so, als versänke die gesamte Welt in Chaos und Taumel.

Die Gesellschaft zerfiel + Sitten, Werte und moralische Grenzen galten nichts mehr + Tod und Entsetzen waren überall + Anarchie und der Zulauf zu obskuren Sekten und selbsternannten Heilsbringern waren Folge dieser Ereignisse. 

Und doch entstand damals, inmitten der von Verzweiflung, Panik und Untergangsvisionen geprägten Zeit, auch viel Neues. 

Der junge Giovanni Boccaccio schrieb in Florenz das DEKAMERON.

Ein Meisterwerk. Es hat bis heute nichts von seinem Lebensmut, seiner Schönheit und seiner verführerischen Heiterkeit verloren.

Worum geht es da?

Der Dichter schickt uns mit zehn jungen Leuten, die dem Entsetzen in ihrer Stadt den Rücken kehren wollen, in traumhaft schöne italienische Gärten. Wir hören ihnen in der Idylle der toskanischen Landschaft bei Musik, Gesang und gutem Essen zu, wenn sie einander Geschichten erzählen.

Zehn Tage und zehn Nächte erleben sie die Hoffnungen, Freuden und Genüsse von Arm und Reich, von Schlau und Dumm, von Hoch und Niedrig.

Aus der Distanz von mehr als 600 Jahren fühlen wir, wie nahe sie uns sind, wenn sie so wie nebenbei  ihr Dasein beschreiben.

Es scheint uns so, als behaupte sich hier das Leben selbst mit seiner unbändigen Freude und Schönheit, mit Humor und Gelächter gegen die dunklen Verzweiflungen, welche die Seuche verbreitet.  

Tatsächlich ist dies der Beginn einer Epoche von berauschender Frische und Schönheit.

Nie wieder hat die Menschheit in so kurzer Zeit so viele sinnvolle und bahnbrechende Erfindungen und Entdeckungen gemacht wie in der

Renaissance.

 

Mit Licht, Musik und zehn großen Figuren, die uns Gesellschaft leisten, können wir dem Entstehen einer fast modern wirkenden Lebenseinstellung beiwohnen.


  

Werkstattbild: Panfilo und Neifile
 

 

Das Projekt wird gefördert durch ein Stipendium des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NordrheinWestfalen.